Ungeschmiedet

Verkrampfte Gefühle ins Denken eingewoben,
verschlossen ist was einmal war, für immer tief verborgen.

Der Himmel trägt ein schwarzes Kleid,
im Innersten lacht schrill die Zeit,
ein Echo stirbt in Wirklichkeit,
der Tag, genährt vom Tränenfluss,
reißt Welt entzwei mit harten Kuss.

Ungeschmiedet bleibt der Schlüssel.
Kein Zylinder rastet ein.
Tausend Schmiede, tausend Schlüssel –
Keiner gleitet sacht hinein.
Was die Jahre einst geschrieben,
harrt verriegelt – lässt nicht los.

Der Gipfel allen Glücksgefühls
im Rausch der Zeit zu Ruß verglüht.
Unschuld ist schuld – Staub ist Erfahrung,
schwer blessiert vom Schaufelzweifel,
Erdenduft stillt Säuglingsliebe.

Ungeschmiedet bleibt der Schlüssel.
Kein Zylinder rastet ein.
Tausend Schmiede, tausend Schlüssel –
Keiner gleitet sacht hinein.
Was die Jahre einst geschrieben,
harrt verriegelt – lässt nicht los.

Versiegelt bleibt die morsche Truhe,
der Schlüssel einst vom Schloss verschluckt,
verstrickt in sengender Begierde,
das Bollwerk bricht und stürzt ins Nichts,
die Wegeswahl beraubt der Sicht.

Ungeschmiedet bleibt der Schlüssel.
Kein Zylinder rastet ein.
Tausend Schmiede, tausend Schlüssel –
Keiner gleitet sacht hinein.
Was die Jahre einst geschrieben,
harrt verriegelt – lässt nicht los.

Im Abgrund gabelt sich der Weg.
Ist es das Sein, das Fehler macht?
Ein Schritt vor – liegt die Erlösung,
ein Schritt zurück – lauert die Nacht.
Die Zeit hält an für einen Hauch.

Ungeschmiedet bleibt der Schlüssel.
Kein Zylinder rastet ein.
Tausend Schmiede, tausend Schlüssel –
Keiner gleitet sacht hinein.
Was die Jahre einst geschrieben,
harrt verriegelt – lässt nicht los.

Der Seelensitz verbrennt im Schrei,
Rauchglut kann nimmer Nebel sein,
schwarz umhüllt – das Nachspiel bleibt.
Verhüllt durch Augentau der Gram,
ob das Heil den Schlüssel bergen kann?

Ungeschmiedet bleibt der Schlüssel.
Kein Zylinder rastet ein.
Tausend Schmiede, tausend Schlüssel –
Keiner gleicht des Schlosses Form.
Was die Jahre einst geschrieben,
harrt verriegelt – fern der Norm.

Die Schlösser wurden nie geschmiedet.
Der Schlüssel war nie Wirklichkeit.
Und alles, was da ward verschlossen,
war nur das, was ich nun bin.

Und es gibt kein Draußen mehr.

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