Verhallende Hingabe

Nun nimm denn diese Hand,
zu Ende ist die Schlacht.
Verloren sind die Kämpfe,
geschlagen, Tag für Tag.
Der Wundbrand brennt sich tief ins Fleisch,
und Schweiß tropft salzig von der Haut,
die Schmerzen wuchern ungebannt,
mein starker Kampfesgeist zerfällt.

Nur noch ein letztes Gebet!
Nur noch ein letztes Erflehn!
Nur noch ein letzter Atemzug!
Und das Tor des Himmels öffnet sich!

Ich lieg im Weh der Welt,
von Agonie erfasst.
Mein flehend‘ Herz bricht einsam nun,
verloren in der Nacht.
Der Wille entsagt meinem Geist,
die schutzlos‘ Hülle hingereicht,
bereite ich den Opferstein,
der Dolch dringt sanft in mich hinein.

Nur noch ein letztes Gebet!
Nur noch ein letztes Erflehn!
Nur noch ein letzter Atemzug!
Und das Tor des Himmels öffnet sich!

Das Blut rinnt sanft und warm,
durchflutet Raum und Zeit.
Ein krankes Lachen voller Graus
entweicht den blassen Lippen schrill.
Das Trauerspiel verstummt,
verlorene Träume fliehen,
infantiler Seelenschmerz,
der sich von letzten Kräften nährt.

Nur noch ein letztes Gebet!
Nur noch ein letztes Erflehn!
Nur noch ein letzter Atemzug!
Und das Tor des Himmels öffnet sich!

Nun durchschritten ist das Tor!
Nun erlischt der Odem mir!
Nun verstorben das Erflehn!
Und mein letztes Gebet verhallt still…

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