Niemand soll ein Zeuge sein

Tief sticht der Maulwurf mit dem Spaten,
ein großes Loch im Gras entsteht,
und eine große Schar Ameisen
trägt Beute zu dem Loch heran.

Tief und tiefer, unter Stein,
niemand soll ein Zeuge sein.

Schwarz schlängelt die Ameisenstraße,
bettet sie ins Erdreich sacht.
Ein Dompfaff pfeift sein Lied dazu,
die Melodie zerreißt die Nacht.

Tief und tiefer, unter Stein,
niemand soll ein Zeuge sein.

Mit wenig Erde schlecht getarnt,
doch gut mit Pflanzen überdeckt,
die Erde deckt sich wieder zu,
dass Lied verstummt laut in der Nacht.

Tief und tiefer, unter Stein,
niemand soll ein Zeuge sein.

Nachdem geschehen, was geschah,
ein Hund schlichtweg alles verscharrt.
Das Getier entweicht der Sicht –
doch bleibt zurück was nicht mehr ist.

Tief und tiefer, unter Stein,
niemand soll ein Zeuge sein.

Tief und tiefer, unter Stein,
niemand soll ein Zeuge sein.
Was dort ruht, bleibt ungenannt,
still verborgen, tief im Land.

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