Spürst du es auch — das Tier in dir?
Es schläft tief in deinen Venen.
Es wartet still, es zählt die Zeit,
bis es sich selbst ins Freie reißt.
Die alte Wut, sie brennt in mir,
die alte Wut,
sie fließt aus mir,
so heiß, so tief – ich jag dich fort!
Und niemand da der mich aufhält!
Die alte Wut!
Am Tag liegt es wie totes Fleisch,
kein Laut, kein Zucken, nichts bewegt.
Doch unter Rippen, hinter Haut,
da wird es wach, das, was da schlägt.
Die alte Wut, sie brennt in mir,
die alte Wut,
sie fließt aus mir,
so heiß, so tief – ich saug dich leer!
Und langsam rinnt es vom Gesicht!
Die alte Wut!
Es knurrt nicht laut, es spricht nicht viel,
es wartet nur auf warmes Blut.
Dann bricht es durch das dünne Ich,
und alles steht in Glut und Zorn.
Die alte Wut, sie brennt in mir,
die alte Wut,
sie fließt aus mir,
so heiß, so tief – ich spiel mit dir!
Und stillen kann ich sie noch nicht!
Die alte Wut!
Wer kennt sie nicht, den schieren Zorn,
die nicht mehr kontrollierbar ist?
Sie macht aus Händen kaltes Fleisch,
zu jeder Zeit – am Tag – bei Nacht.
Die alte Wut, sie brennt in mir,
die alte Wut,
sie fließt aus mir,
so heiß, so tief – ich fresse dich!
Tränen entfachen meine Glut!
Die alte Wut!
Kein Wille hält, kein schwacher Sinn,
der Mensch verliert sich Stück für Stück.
Der Kopf fällt leise aus der Welt,
und etwas anderes kommt zurück.
Die alte Wut, sie brennt in mir,
die alte Wut,
sie fließt aus mir,
so heiß, so tief – ich töte dich!
Und Abel stirbt im Angesicht!
Die alte Wut!
Und Abel fällt – und ich bleib stehn,
kein Gott mehr da, der mich noch sieht.
Nur dieses Tier in meinem Blick,
das nicht mehr geht – nur noch entflieht.