Bis dass das Fass uns scheidet

Leute, höret die Geschichte,
von welcher ich heute berichte.
Zieht daraus euch eine Lehre,
dass dieses nicht mehr wiederkehre.

Heute will ich Hacke sein,
in Gesellschaft nicht allein.
Deshalb hebe ich den Krug,
doch es ist noch nicht genug.
Der Kanal noch lang nicht voll,
gebe ich zu Protokoll.
Fern noch vom Delirium,
ohne Rauschindizium.

Hab die Lichter noch nicht an,
höret meinen Frohgesang!

Schalali und Schalala,
Nächte sind zum Feiern da,
Trallali und Trallalo,
auf das Leben – ho, ho, ho!
Schalali und Schalala,
heute hier und morgen da,
lebe sorglos, frei und froh,
trinke aus und – ho, ho, ho!

Heyda, Wirt, eins frisch vom Fass,
durch die Kehle rinnt das Nass.
Bechern wie ein Schwermatrose,
zechen bis zur Vollnarkose.
Doch davon noch weit entfernt,
kipp ich nach, so wie gelernt.
Spreche aus den nächsten Toast,
hoch die Gläser und dann: Prost!

Und dann voller Sturm und Drang
stimm‘ ich an den Frohgesang!

Schalali und Schalala,
Nächte sind zum Feiern da,
Trallali und Trallalo,
auf das Leben – ho, ho, ho!
Schalali und Schalala,
heute hier und morgen da,
lebe sorglos, frei und froh,
trinke aus und – ho, ho, ho!

Langsam wird der Körper warm,
das Gelage macht mich arm.
Heyda, Wirt, ich zahl die Runde,
führt die Hörner hin zum Munde.
Endlich bald besoffen sein,
ext das Zeug in euch hinein.
Wäre gern sternhagelvoll,
nüchtern sein – das ist nicht toll.

Und es dauerte nicht lang,
bis er kam, der Frohgesang!

Schalali und Schalala,
Nächte sind zum Feiern da,
Trallali und Trallalo,
auf das Leben – ho, ho, ho!
Schalali und Schalala,
heute hier und morgen da,
lebe sorglos, frei und froh,
trinke aus und – ho, ho, ho!

Jedes Weib ist plötzlich schön,
die Gedanken sind obszön.
Die Flaschen leer – acht, neun und zehn,
wer und was will da noch steh’n?
Abgefüllt bis unters Dach,
legt man keine Beute flach.
Mit Libido ist heute Schluss,
komm schon, Liebchen, einen Kuss.

Abgewiesen er erklang,
schluchzend laut der Frohgesang.

Schalali und Schalala,
Nächte sind zum Feiern da,
Trallali und Trallalo,
auf das Leben – ho, ho, ho!
Schalali und Schalala,
heute hier und morgen da,
lebe sorglos, frei und froh,
trinke aus und – ho, ho, ho!

Auch das Sitzen fällt nun schwer,
kriechen geht fast auch nicht mehr.
Ich bin dicht und wieder nicht,
was innen war, nach außen bricht.
Bin so voll wie jetzt der Eimer,
fort sind alle Freundes-Schleimer.
Haus und Hof wurd’ mir genommen,
gänzlich auf den Hund gekommen.

Langsam wird mir angst und bang,
er verstummt, der Frohgesang!

Schalali und Schalala,
Nächte sind zum Feiern da,
Trallali und Trallalo,
auf das Leben – ho, ho, ho!
Schalali und Schalala,
heute hier und morgen da,
lebe sorglos, frei und froh,
trinke aus und – ho, ho, ho!

Nun ist leer Magen und Ranzen,
hingerichtet die Finanzen.
Doch steh ich wieder vor dem Fass,
verfalle ich erneut dem Spaß.
Reiß den Kopf tief in den Nacken,
schäumt das Bräu mir in den Backen.
Gurgelt es mir durch die Kehle,
meine Sünden ich nicht zähle.

Unbelehrbar, frei von Zwang,
neu erweckt der Frohgesang!

Schalali und Schalala,
Nächte sind zum Feiern da,
Trallali und Trallalo,
auf das Leben – ho, ho, ho!
Schalali und Schalala,
heute hier und morgen da,
lebe sorglos, frei und froh,
trinke aus und – ho, ho, ho!

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