Blutmond-Lykanthrop

„oder: Wenn warmes Blut erkaltet“

Ein alter Fluch
aus vergilbten Zeiten
lastet meiner Seele an.
Kann nur handeln,
kann nicht denken,
wenn er sich mir offenbart.
Ich blicke zu der Sterne Licht,
seh den Mond am Himmel thronen,
der mein Schicksal stetig lenkt,
wenn ich ihn anheulen muss.

Und ich schrei, schrei, schrei,
weil der Schmerz mich zerreißt.
Und ich pirsch, pirsch, pirsch,
wenn der Trieb mich zerfleischt.
Und ich ras‘, ras‘, ras‘,
es gibt keinen Halt.
Und das Blut, Blut, Blut
fließt noch lange nicht kalt –
nein, es fließt noch nicht kalt.

Werde mich vor Qualen krümmen,
die durch meinen Körper gehn.
Meine Augen werden glühen,
Haare sprießen – dichtes Fell.
Aufrecht stehend werd’ mich beugen,
kriech auf allen Vieren dann.
Geschärfte Sinne werden siegen,
folge dann der Bestie Drang.
Meine Fänge werden reißen,
trag Verderben in das Land.

Und ich schrei, schrei, schrei,
weil der Schmerz mich zerreißt.
Und ich jag, jag, jag,
wenn der Trieb mich zerfleischt.
Und ich hetz‘, hetz‘, hetz‘,
es gibt keinen Halt.
Und das Blut, Blut, Blut
fließt noch lange nicht kalt –
nein, es wird erst noch kalt.

Dem Töten kann ich nicht entrinnen,
jage unter Mondenlicht.
Bin unsterblich
durch den Fluche,
der mich antreibt in der Nacht.
Nur Silber kann ein Ende setzen,
doch setzt ein Ende es auch mir.
Oh, ich arme Kreatur!
Mein ganzer Ausweg liegt im Tode,
komme niemals von ihm los …

Und ich schrei, schrei, schrei,
weil der Schmerz mich zerreißt.
Und ich wank, wank, wank,
wenn der Trieb mich zerfleischt.
Denn der Fluch, Fluch, Fluch,
gönnt mir keinen Halt.
Und nur im Tod, Tod, Tod
wird warmes Blut kalt –
ja, dann wird es kalt…

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